Eine Frage der Chemie

geschrieben von Bonnie Garmus
&
übersetzt von Klaus Timmermann, Ulrike Wasel

Einzelband

PIPER Verlag

464 Seiten

Softcover 26,00 €
Paperback 17,00 €
eBook 19,99 €

Erschienen am 31. März 2022

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5 Sterne

Inhaltsangabe

Elizabeth Zott ist eine Frau mit dem unverkennbaren Auftreten eines Menschen, der nicht durchschnittlich ist und es nie sein wird. Doch es ist 1961, und die Frauen tragen Hemdblusenkleider und treten Gartenvereinen bei. Niemand traut ihnen zu, Chemikerin zu werden. Außer Calvin Evans, dem einsamen, brillanten Nobelpreiskandidaten, der sich ausgerechnet in Elizabeths Verstand verliebt. Aber auch 1961 geht das Leben eigene Wege. Und so findet sich eine alleinerziehende Elizabeth Zott bald in der TV-Show „Essen um sechs“ wieder. Doch für sie ist Kochen Chemie. Und Chemie bedeutet Veränderung der Zustände …

(Quelle: Verlag)

Gedanken zum Buch

Die Geschichte beginnt im Jahr 1961 – einer Zeit, in der Frauen noch in den uns allen bekannten Klischees lebten: Sie gründeten Familien, zogen Kinder groß, kochten, putzten und kümmerten sich um ihre Männer. Was sie jedoch selten taten, war arbeiten. Doch nicht Elisabeth Zott. Sie ist eine bemerkenswerte, unabhängige Frau, die erfolgreich einen Masterabschluss in Chemie erlangt hat.

Im Forschungslabor, in dem Elisabeth arbeitet, ist sie nicht besonders beliebt. Ihre kühle, pragmatische Art und ihr scharfer Verstand heben sie von den anderen ab. Ausgerechnet der brillante Nobelpreisträger Calvin Evans verliebt sich jedoch in ihren Intellekt. Aber das Leben hält für die beiden viele Schicksalsschläge sowie positive und negative Veränderungen bereit, die sie gemeinsam bewältigen müssen.

Durch verschiedene Wendungen gelangt Elisabeth schließlich zu ihrer eigenen Kochshow „Essen um sechs“, denn für sie ist Kochen nichts anderes als Chemie. Doch auch in dieser neuen Phase ihres Lebens muss sie sich zahlreichen Herausforderungen stellen.

Ich war und bin begeistert. Diese Geschichte ist so reichhaltig – reich an Wissen, Humor, Liebe, Trauer, Wut und Zweifel – dass ich zeitweise vergessen habe, dass ich das Buch „nur“ lese und nicht selbst erlebe. Ich liebe es, wenn ich jede Emotion eines Protagonisten spüren kann, selbst wenn mir die beschriebenen Ereignisse nie passiert sind und ich sie eigentlich nicht nachempfinden kann. Trotzdem konnte ich jede Gefühlsregung mitfühlen, besonders die Wut und der Frust, die in der Geschichte stark ausgeprägt sind. Mehr als einmal hätte ich gerne in das Buch eingegriffen und meine Meinung geäußert. Doch Elisabeth ist eine äußerst kluge und wortgewandte Frau, die sich (zum Glück) hervorragend verbal verteidigen kann.

Wir begleiten Elisabeth über mehrere Jahre hinweg, was es uns ermöglicht, eine tiefe Bindung zu ihr aufzubauen – zumindest ging es mir so. Auch wenn sie manchmal kühl und unnahbar erscheint, ist sie ein herzensguter Mensch, den man schnell ins Herz schließt. Auch die Nebenfiguren sind einfach liebenswert – darunter ein Hund, auf den ihr euch besonders freuen könnt. Es war ein Vergnügen, ihn in der Geschichte zu haben!

Bonnie Garmus‘ Schreibstil ist leicht verständlich, obwohl es um Themen wie Chemie, Forschung und Feminismus geht. Elisabeth bzw. Bonnie Garmus bringt viele inspirierende, tiefgründige und beeindruckende Gedanken ein, die sie trotz eines leichten Humors mit viel Ernsthaftigkeit und Bedeutung an den Leser vermittelt.

Die Charaktere sind so facettenreich und einzigartig, dass ich mir vorstellen könnte, dass sie auch im echten Leben existieren. Jeder von ihnen hat eine eigene Meinung und Haltung, die man als Leser spürt, ohne dass explizit darauf hingewiesen werden muss. Auch das ist ein großer Pluspunkt für mich: Bonnie Garmus verliert sich nicht in Wiederholungen, sondern traut ihren Lesern zu, sich viele Details zu merken!

Das macht den Roman angenehm anspruchsvoll, ohne dass er schwer zu lesen ist. Im Gegenteil – er lässt sich wunderbar flüssig und bildhaft lesen.

Ich habe die Idee, die Umsetzung, den Schreibstil, alle erschaffenen Charaktere und den Verlauf der Geschichte bis hin zum Ende geliebt! Ich würde nichts daran ändern und werde das Buch für immer im Herzen und Gedächtnis behalten – und bestimmt irgendwann nochmals lesen.

Eine klare Empfehlung von mir!

Viel Spaß beim Lesen!