Rezensionsexemplar vom Bloggerportal

Vermisst

Der Fall Anna

geschrieben von Christine Brand

Erschienen am 24. April 2024

blanvalet Verlag

544 Seiten

Paperback 18,00 €
eBook 14,99 €

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4 Sterne

Inhaltsangabe

Malou Löwenberg ist Kommissarin beim Morddezernat und ein Findelkind. Als sie Dario kennenlernt, ist sie von seiner Geschichte fasziniert: Darios Mutter verschwand an seinem fünften Geburtstag spurlos. Obwohl alles dagegenspricht, glaubt er, dass seine Mutter noch lebt. An ihre eigene Geschichte erinnert, beginnt Malou zu ermitteln. Sie stößt auf immer mehr Vermisstenfälle: Alle Frauen verschwanden am fünften Geburtstag ihrer Kinder und alle Kinder erhalten ebenso wie Dario bis heute mysteriöse Geburtstagskarten …

(Quelle: Verlag)

Gedanken zum Buch

Dieser Kriminalroman spielt größtenteils in der Schweiz und teilweise in Deutschland und wird aus zwei Perspektiven erzählt. Eine davon ist Malou, eine Kriminalpolizistin, die Dario kennenlernt, unseren zweiten Hauptcharakter. Darios Mutter verschwand an seinem fünften Geburtstag, und niemand weiß, wohin oder warum.

Nachdem Malou von Darios Schicksal erfährt und von den jährlichen Geburtstagskarten, die er erhält, beginnt sie zu ermitteln. Gemeinsam veröffentlichen sie einen Aufruf in den sozialen Medien und bitten die Öffentlichkeit um Hilfe bei der Aufklärung des Verschwindens von Darios Mutter. Als weitere ähnliche Fälle auftauchen, die mit Darios Fall zu tun haben könnten, ist Malou überzeugt, dass die Geburtstagskarten, die alle denselben Spruch tragen und Bilder von Muttertieren und ihren Jungen zeigen, von derselben Person stammen müssen.

Malou ist eine Ermittlerin ganz nach meinem Geschmack, denn Christine Brand beschreibt sie anders als die Protagonisten, die ich aus Thrillern und Krimis kenne. Malou ist tough, direkt und lässt sich von niemandem etwas vormachen. Obwohl es Szenen gibt, in denen sie Empathie zeigen könnte, wirkt sie durch ihre Entscheidungen umso realistischer. Es macht einfach Spaß, mit ihr auf Spurensuche zu gehen. Die prägnanten Beschreibungen der Autorin haben mir ein sehr genaues Bild von Malou vermittelt und sie als glaubwürdige Ermittlerin erscheinen lassen.

Auch Dario wurde mir als Leser nahe gebracht, genau so, wie es Christine Brand beabsichtigt hat. Wir lernen ihn als jemanden kennen, der unsicher ist, was er vom Leben erwartet. Er lässt sich oft zu Dingen hinreißen, die er gar nicht möchte, oder trifft Entscheidungen, die ihm nicht guttun. Dadurch gewinnt er an Sympathie. Bis heute gibt Dario die Hoffnung nicht auf, dass seine Mutter lebt.

Malou und Dario sind wie Feuer und Wasser in dieser Geschichte, doch als Leser spürt man auch, wie gut sie zusammenarbeiten. Man fühlt die innere Zerrissenheit, die beide durchleben, während sie diesen nervenaufreibenden Fall lösen.

Für mich war dies ein überdurchschnittlich guter Krimi, da man von Anfang an miträtseln und versuchen kann, den Fall zusammen mit Malou zu lösen. Gegen Ende hatte ich eine/n Verdächtige/n im Blick, und ich lag richtig! Das hat mich nicht enttäuscht, sondern es hat mir großen Spaß gemacht, mit Malou mitzufiebern und mitzurätseln.

Es gab auch Momente, in denen ich mich gegruselt habe oder vor Spannung die Luft angehalten habe. Die Atmosphäre war in diesen Momenten unglaublich intensiv. Die Spannung war förmlich greifbar!

Ein Kritikpunkt für mich war jedoch der Einsatz des Zufalls. Es gibt eine Szene, in der der Zufall so präsent ist, dass es sich anfühlt, als hätte die Autorin keine andere Möglichkeit gesehen. Das fand ich etwas schade und hat mir kurzzeitig die Freude am Lesen genommen. Zufälle in Krimis und Thrillern stören mich nicht grundsätzlich, da sie oft notwendig sind, um die Handlung voranzutreiben, aber dieser Zufall war zu überkonstruiert und unrealistisch.

Das Ende war dann wieder ein echter Pageturner, und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Nachdem ich die Geschichte beendet hatte, war ich sehr zufrieden mit dem Ausgang.

Trotzdem kann ich das Buch allen empfehlen, die gerne Kriminalromane lesen und vor allem denen, die gerne selbst miträtseln. Dies ist ein Krimi ohne übermäßige Gewaltszenen; er konzentriert sich voll und ganz auf die Ermittlungsarbeit.

Viel Spaß beim lesen!